Auf geht's!

Auf geht's!
Livin' a dream!

Samstag, 3. September 2016

Thank you everyone!

Hey one more time!
I've been back in good-old Germany for a month now... I was soooo sad to leave the US, but I am also glad to see everyone else again.
Now I wrote a summary of my entire year abroad and I thought posting that here would be a good end and goodbye for this blog. The greatest adventure of my life is over for now, but I have a second family and friends for a lifetime across the world now and I know that I will see them again!
Once again, thank you so much to everyone, who helped make this dream come true, you are AMAZING!!!


So here comes my summary (in German):




Mein Jahr in Houston, Texas – die beste Entscheidung meines Lebens


Am 08. August 2015 habe ich zum gefühlt  1000sten Mal in meine E-mails geguckt und an diesem Abend war sie da, DIE E-Mail, auf die ich seit fast einem halben Jahr gewartet hatte: meine Gastfamilieninformationen. Mein Herz hat einen riesigen Hüpfer gemacht und ich habe begierig alles in mich aufgenommen, was ich über sie erfahren konnte. Ich würde in Houston, Texas mit einer Gastmutter und einer 21-Jahre alten Gastschwester wohnen.


Vier Tage später ging es dann auch schon los. Um 7 Uhr morgens habe ich mich mit vielen anderen aufgeregten AFSern im Flughafen in Frankfurt getroffen. Ein schneller Abschied und wir saßen mit vielen Gefühlen und vor allem unglaublich aufgeregt im Flugzeug. Worauf hatten wir uns eingelassen? Was würde uns am Flughafen in Houston erwarten? Vielen Fragen auf die ich schon sehr bald eine Antwort bekommen sollte.


Meine Gastmutter Christine hat mich am Nachmittag vom Flughafen abgeholt, und als wir aus dem klimatisierten Gebäude traten, war das erste, das mir an Texas auffiel, die unglaublich hohe Luftfeuchtigkeit und Hitze. Nach ungefähr 40 Minuten mit meiner Mom im Auto auf dem Weg in mein neues Zuhause, gefüllt mit unzähligen Fragen und Antworten von beiden Seiten, kamen wir an und ich habe zum ersten Mal meine Gastschwester Lexi gesehen und mir wurden unsere drei Hunde und die beiden Katzen vorgestellt. Alle haben mich so herzlich empfangen und versucht es mir so leicht und ereignisreich wie möglich zu machen, sodass aus meiner Gastmutter bald meine Moo, aus Lexi meine Cio (keine konnte mir erklären woher diese Worte eigentlich kamen, sie waren einfach schon immer Familien-Insider für Mom und Sister gewesen) und aus dem anfangs etwas fremden Haus mein „second home“ wurden.


(Meine Gastmutter, meine Schwester Kelsey aus North Carolina, Lexi und ich)


Knapp zwei Wochen nach meiner Ankunft, in denen ich nur Gutes erlebt hatte, und noch keine Sekunde Zeit hatte, einen Gedanken an Deutschland zu verschwenden, ging die Schule los. Ich war ein Junior (elfte Klasse) der Bellaire High School. Da ich keine Gastgeschwister auf meiner High School hatte und auch meine Schwester auf eine andere Schule gegangen ist, mussten meine Gastmutter und ich uns erst einmal in das System hereinfinden, und sie war am ersten Schultag mindestens genauso aufgeregt wie ich. Alle anfänglichen Sorgen waren aber vollkommen unbegründet und auch in der Schule haben mich alle offen aufgenommen und waren sehr hilfsbereit, selbst wenn ich zum fünften Mal gefragt habe wo mein Englischraum ist. Mit knapp 4000 Schülern wurde der Schulalltag niemals langweilig und es gab bis zuletzt noch Leute, die ich kennengelernt habe und gefühlt noch nie zuvor gesehen hatte.


Meine Fächer konnte ich mehr oder weniger frei wählen, es gab nur wenige Vorgaben, dazu zählten Mathe, Englische Literatur, US Geschichte und eine Naturwissenschaft. Es war eigentlich vorgesehen, dass ich als Junior Physik wähle, aber auf Nachfrage durfte ich mir dann doch etwas aussuchen, wozu ich in Deutschland nicht die Möglichkeit gehabt hätte, und so habe ich mir für Umweltwissenschaften entschieden. Frei dazu gewählt habe ich dann Marching Band, Chor und Spanisch. Diese acht Unterrichtsfächer hatte ich alle jeden Tag zur selben Zeit am selben Ort.


 


 Am meisten Spaß haben mir die Band und der Chor gemacht. Dort habe ich auch schnell Anschluss gefunden und im Nachhinein betrachtet auch meine besten Freunde. Im ersten Halbjahr hatte ich jeden Tag nach der Schule, die allein schon bis 15:15 Uhr dauerte, noch zwei Stunden Bandprobe. Wir haben draußen in der Hitze marschieren geübt und unsere Show einstudiert, die wir in jeder Halbzeitpause eines Football-Spiels unserer Schulmannschaft auf dem Feld aufgeführt haben.


Das erste Footballspiel zählt zu einer meiner besten Erfahrungen des ganzen Jahres. Der School Spirit war schon während des Unterrichts deutlich zu erkennen, weil alle in den Schulfarben rot und weiß gekleidet waren. In der letzten Stunde vor Schulschluss gab es dann eine „pep rally“ bei dem die Band und die Cheerleader spielen und tanzen um die Football Spieler zu ehren und anzufeuern. Es war wie eine riesige Party in der Aula bei der alle in Stimmung für das Spiel am Abend gebracht wurden.


Während des Spiels habe wir (die Marching Band) dann in unseren Uniformen erst kurze bekannte Stücke im Publikum gespielt und dann unsere Show aufgeführt. Es war ein wundervolles, sehr amerikanisches Erlebnis und unser Team hat am Ende sogar gewonnen.


Im zweiten Schulhalbjahr, als die Marching Saison dann vorbei war, habe ich angefangen Lacrosse zu spielen. Das ist eine ur-amerikanische Ballsportart, bei dem ein kleiner Ball mit „Sticks“, also langen Stäben mit einem kleinen Netz am oberen Ende, in ein Tor befördert werden muss. Das Team hatte zwar eigentlich auch schon im ersten Halbjahr trainiert, aber als Ausnahme haben sie mich dann trotzdem noch aufgenommen. Darüber bin ich im Nachhinein wahnsinnig froh, denn ich war in einem großartigen Team, das immer zusammengehalten hat und einfach Spaß an Lacrosse hatte, auch wenn wir nicht jedes Spiel gewonnen haben.


Weitere Highlights meines amerikanischen Schullebens waren der Homecoming-Ball im Herbst, der Senior-Prom und die typische Graduation mit Robe und Kappe, zu denen ich als Austauschschülerin auch gehen durfte.


Für mich waren das Beste an meinem Auslandsjahr die vielen aufgeschlossenen, offenen, netten und interessierten Menschen, die ich kennengelernt habe. Das bezieht sich auf alle, von meiner Gastfamilie angefangen, über die AFS-Schüler aus aller Welt, meine amerikanischen Freunde bis hin zu Lehrern oder einfach anderen Leuten, die man trifft und mit denen man sich ein wenig unterhält. Alle haben Fragen gestellt und es hat mir viel Spaß gemacht, Dinge über meine Heimat und die deutsche Kultur zu erzählen und weiterzugeben. Als junge Botschafterin aus Deutschland habe ich mehrere Vorträge in allen meinen Klassen und dem Deutsch-Klub an meiner Schule gehalten und auch sonst versucht, möglichst viel über Deutschland an interessierte Amerikaner weiterzugeben.


Mit den anderen AFS-Austauschschülern in meiner Region habe ich mich sofort super verstanden und verbunden gefühlt. Wir haben zusammen unzählige Aktivitäten gemacht, um Houston und die USA besser kennenzulernen oder einfach um Spaß zu haben. So sind wir zum Beispiel im August in Houston Indoor-Eislaufen gegangen, haben einen Tag auf einer abgelegenen Farm verbracht, zusammen Freiwilligenarbeit geleistet, die NASA Station besichtigt und das Rodeo unsicher gemacht. Dafür mussten natürlich auch die texanischen Cowboystiefel her, sodass wir beim Bullenreiten, der Tiershow und dem Jahrmarkt optisch perfekt ins Bild passten.


Im Dezember hatte ich das große Glück mit meiner Gastfamilie  für fünf Tage nach New York zu fliegen. Dort habe ich dann auch meine zweite Gastschwester Kelsey, die sonst in North Carolina gewohnt hat, kennengelernt. Wir hatten eine wunderschöne Zeit zusammen und New York war einfach überwältigend. Eine so lebendige Stadt voll mit Menschen aus aller Welt hatte ich vorher noch nie erlebt. Wir haben alle touristischen Highlights mitgenommen aber auch Insider-Restaurants und viele anderes genossen, da meine Gastmutter dort ganz in der Nähe aufgewachsen ist.


Nach einem sehr traditionellen und schönen Weihachten mit Christmas Eve Dinner, Ugly-Christmas-Sweater-Party, Weihnachtsmorgen in gleichen Pyjamas und vielen Geschenken ging es dann schon auf die nächste Reise. Ich durfte mit einer befreundeten Familie, die auch eine Austauschschülerin bei sich hatte, nach Colorado zum Skiurlaub fahren. Das Gebiet war atemberaubend schön und wir hatten eine super Zeit auf den Pisten.


In den Frühlingsferien haben wir das Ganze dann umgedreht und ich bin mit meiner Familie und der anderen Austauschschülerin nach Florida gefahren.  Auch diese Reise hat sehr viel Spaß gemacht und Floridas Strände sind eine Sehenswürdigkeit, für die es sich definitiv gelohnt hat 10 Stunden im Auto zu sitzen. Die letzte Reise hat dann im Juni stattgefunden, mit beiden Familien plus Austauschschülerinnen, die inzwischen aber viel mehr wie eigene Töchter geworden waren. Wir haben eine Woche der 3-monatigen Sommerferien in Phoenix, Arizona verbracht. In Arizona habe ich mit dem Grand Canyon eine der atemberaubendsten Regionen der Welt gesehen.


Ich kann nicht sagen, wie dankbar ich AFS und dem Bundestag, vor allem meinem Bundestagspaten Heiko Schmelze bin. Das Auslandsjahr war ein Lebenstraum und wurde mir nur durch sie ermöglicht. Es war die beste Entscheidung, die ich hätte treffen können, und ich werde für immer ein zweites Zuhause mit einer Familie und vielen Freunden haben, mit denen ich noch lange in Kontakt bleiben werde.
Bye, bye <3